Trinkt mein Kind genug?

Gerade jetzt im Sommer höre ich immer wieder diese besorgte Nachfrage. Trinken ist wichtig, darin sind sich alle einig. Doch wie viel und was im Alltag für ein Kleinkind sinnvoll ist, da gibt es noch einige Unsicherheit.

Trinkmenge

Die Trinkmenge für den Tag richtet sich nach dem Alter des Kindes:

  • 1 Jahr – 600ml
  • 2 bis 3 Jahre – 700ml
  • 4 bis 6 Jahre – 800ml

Hilfreich ist es in Portionen zu denken, so ergeben 5 Portionen zu je 120ml (etwa 1/2 großes Glas) die 600ml für ein einjähriges Kind. Sprich, ich biete zu jeder der 5 Mahlzeiten ein halbes großes Glas, oder ein ganzes kleines Glas, an. Damit ist die Mindesttrinkmenge abgedeckt.

Zudem wird ein Teil des Flüssigkeitsbedarfs auch aus der Nahrung gedeckt. Da fallen mir natürlich wasserreiche Lebensmittel wie Gurke und Melone ein. Aber auch Suppen, Breie, Püree oder Smoothies bringen augenscheinlich einiges an Flüssigkeit mit. Dieses Wissen kann beruhigend wirken und etwas Druck nehmen.

Es gibt auch Situationen in denen Kleinkinder deutlich mehr Flüssigkeit benötigen. Kinder schwitzen aufgrund der verhältnismäßig größeren Hautoberfläche stärker als Erwachsene, dass kommt bei Bewegung oder auch bei Hitze zum tragen. In diesen Fällen ist es sinnvoll ein Getränk dabei zu haben. Im Sommer sollte also immer eine Flasche mit in die Tasche oder ins Auto. Ebenso bei Spielplatzbesuchen, Spaziergängen und ähnlichen Unternehmungen. Bei hoher Hitze können Kleinkinder tatsächlich schon mal das doppelte der Mindesttrinkmenge vertragen.

Bei Fieber, Durchfall oder Erbrechen können Kräutertees oder Brühen bzw. Suppen dabei helfen den Mineralhaushalt auszugleichen. Gerade bei kleinen Kindern bietet es sich an diese löffelweise zu trinken, das wird häufig besser vertragen und scheint bekömmlicher für den gereizten Magen/ Darm zu sein.

Wasser 120ml Portionen

120ml Wasser in unterschiedlichen Gläsern

Getränkeauswahl

Die Getränkeauswahl ist im Grunde simpel, sorgt aber ständig für Diskussionen. Nicht nur zwischen Eltern und Kind, sondern auch zwischen Eltern und Großeltern oder anderen Eltern. Daran ist gut zu sehen, dass dieses Thema häufig emotional („Er war so lieb, da hat er sich jetzt ein Glas Limonade verdient.“) betrachtet wird. In solchen Situationen heißt es ruhig bleiben und dem eigenen Urteil zu vertrauen.

Empfehlenswerte Getränke sind:

  • Leitungswasser  (in Deutschland)
  • Mineralwasser, für kleinere Kinder ohne Kohlensäure und natriumarm
  • Saftschorle (1:3, also 1 Teil Saft auf 3 Teile Wasser) aus Direktsaft mit 100% Fruchtanteil; wird die gesamte Trinkmenge ausschließlich über Schorlen gedeckt ist eine Verdünnung von 1:6 sinnvoll
  • Kräuter- und Früchtetee, ungesüßt

 

Zu vermeiden sind:

  • Limonade, Colagetränke, Light Getränke
  • Guaranahaltige Getränke, Energydrinks, Kaffee
  • Schwarztee, Matchatee, Grüner Tee
  • Eistee auf Schwarz- oder Grünteebasis, aromatisierte Teesorten
  • isotonische Getränke
  • Alkohol

Ausnahmen zu besonderen Anlässen sind hin und wieder erlaubt, solange im Alltag darauf geachtet wird, dass überwiegend empfehlenswerte Getränke verzehrt werden.

Trinken sollte einem Kind immer erlaubt werden! Es sollte nicht als Druckmittel oder Belohnung eingesetzt werden. Auch während des Töpfchentrainigs sollte das Kind nicht, um eine nasse Hose zu verhindern, vom Trinken abgehalten werden.

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